Entdecken Sie die bewegte Geschichte von Kröv - Ortsrundgang

Geschichtlicher Überblick
Kröv wurde im Jahr 752 n. Christus in einer Schenkungsurkunde von Pippin dem Kleinen an das Kloster Echternach erstmals erwähnt.

Zahlreiche Gräberfunde und Reste einer Fliehburg auf dem Kröver Burgberg beweisen jedoch, dass das Gebiet um Kröv bereits um 500 v. Christus dicht besiedelt war. Um 58 v. Chr. unterwarf Caesar die Kelten und ihre ehemaligen Gebiete wurden zu römischen Domänen.

Die Römer brachten um diese Zeit den Weinbau an die Mosel. Im 6. Jhd. n. Chr. fielen die ehemaligen römischen Domänen dem fränkischen König zu. So entstand das "Cröver Reich", ein reichsunmittelbares Allodium mit eigenem Weistum, eigener Rechtssprechung und Gerichtsbarkeit.

Ende des 14 Jhd. wurde das Cröver Reich den Grafen von Sponheim zugesprochen, die es schon vorher als kaiserliches Pfand in Besitz hatten. Die Gerichtsbarkeit hatten die Trierer Kurfürsten an sich gerissen. Nach 1794 wurde das "Cröver Reich" durch die französischen Revolutionstruppen aufgelöst.

Schon im 17. Jhd. hatte die Bevölkerung des "Cröver Reiches" unter den Reunionskriegen des franz. Königs Ludwig XIV. sehr zu leiden. Während dieser Zeit wurde zwischen 1687 u. 1693 in Fronarbeit die Festung Mont Royal (königlicher Berg), nach Plänen des großen Festungsbaumeisters Vauban errichtet. Im Jahr 1815 kam das Moselland unter preußische Verwaltung.

Kröv heute

Kröv mit den Ortsteilen Kövenig und Mont-Royal präsentiert sich heute als einer der bedeutendsten Wein- u. Fremdenverkehrsorte an der Mosel. Kröv hat ca. 2500 Einwohner und etwa 2500 Gästebetten.

Bekanntheit hat Kröv vor allem durch seinen Wein "Kröver Nacktarsch" erlangt. Heute bewirtschaften ca. 150 Weinbaubetriebe die Kröver Weinberge. Ausgangspunkt des Rundweges durch Kröv ist mitten im Ortszentrum das Kröver Rathaus.


1) Kröver Rathaus
Das Rathaus gehört heute zu den Verwaltungsgebäuden der Verbandsgemeinde Traben-Trarbach. An der Giebelwand des Rathauses ist das Gebiet des "Cröver Reiches" in einem Sgraffito, des Kröver Bildhauers August Lebenstedt, dargestellt.

2) Karolingerhof (Hof der Grafen von Kesselstatt)
Er gehörte ursprünglich zum Hofbering d. Burg d. Ritter von Cröv, deren jüngerer Zweig sich als Herren von Daun bezeichnet - nach dem "Turm" = Burg in Daun - den sie im Namen von Kurtrier lt. Weistum hüteten. Sie tragen das gleiche Wappen, wie die Ritter v. Cröv, ein rotes Gitter, (heute noch Wappen d. Stadt Daun).

Im 14. Jhd. wurden die Herren v. Daun von Kurtrier so lange hart bedrängt, bis sie den Vorsitz, als die Vogtei des Kaisers im freien Kröver Rittergericht abtraten, wodurch sich der Kurfürst mit der Zeit ein Drittel der Rechte im Kröver Reich erstritt.

Da die Kesselstatt für Kurtrier als "Obervogt" dessen Rechte im Kröver Reich vertraten, gelangten sie in den Besitz der ehem. Dauner Burg u. schließl. zu einem Drittel des Kondelwaldes. Das Burghaus stand noch bis Ende d. 18. Jhd.. Zwischen 1786 - 87 wurde das heutige Gutshaus erbaut, das von Kesselstatt 1864 an Matth. Müllers verkauft wurde.

3) Europabrunnen

Der Europabrunnen ist ebenfalls ein Werk des 1996 verstorbenen Künstlers August Lebenstedt. Es entstand 1974 und zeigt die Europa mit dem Stier. Kröv hat eine ganz besondere Beziehung zu Europa. Seit 1953 wird alljährlich ein Internationales Trachtentreffen der Mosel gefeiert.

Trachtengruppen und Musikkapellen aus ganz Europa treffen sich Jahr für Jahr am 1. Juliwochenende in Kröv um einander ihre Kultur und ihr Brauchtum näher zu bringen. Höhepunkte sind die einzigartige Flußfeier auf der schwimmenden Moselbühne, sowie der große Festumzug am Sonntag. An allen Festtagen wird ein großes Weinfest gefeiert.

4) Jesuitenhof (Robert-Schuman-Str. 163)
Dieses Haus wurde im 18. Jhd. als Hof für die Jesuiten von Trier erbaut. Im Gebäudeinneren befindet sich noch heute ein Hausaltar.

5) Staffelter Hof (Robert-Schuman-Str. 208)
Der Staffelter Hof war der Weinhof des Klosters Stablo (Stavelot) im heutigen Belgien. 862 erhielt die Abtei den Weinhof von König Lothar II, der dem "Mangel an Wein" abhelfen wollte. Als Gegenleistung musste die Abtei die Pfarrkirche St. Peter, die auf eine römische Gründung zurückgeht, mit Geistlichen versehen. Die heutige Hofanlage, 1715 erbaut, steht auf einer römischen Siedlungsstelle und ist schon als fränkischer Mansus beurkundet. Die Nachkommen der früheren Hofleute leben noch heute hier.

6) Dreigiebelhaus (Moselweinstraße/Ecke Karolingerstraße)
Das Dreigiebelhaus, eines der bemerkenswertesten moselländ. Fachwerkhäuser, wird als das alte Kröver Rathaus angesehen, das bereits im mittelalterlichen Schöffenweistum erwähnt wird. Schon bald nach der Errichtung 1658 muss es aber von der Gemeinde veräußert worden sein, da das Rathaus schon bald in dem Turm, der früher auf dem heutigen Europaplatz stand, untergebracht war. Ein solcher Fliehturm liegt noch heute hinter dem Dreigiebelhaus.

Diese Fliehburgen waren zum Schutz der Bevölkerung über die weite Ortslage verstreut und noch vor wenigen Jahren erhalten. Heute ist nur diese einzige erhalten geblieben. Besonders bemerkenswert sind die Schnitzereien im Fachwerk des Dreigiebelhauses.

Dreigiebelhaus

7) Burg der Ritter von Kröv
Sie war einstmals Besitz der Ritter von Cröv, einem Ministerialengeschlecht, welches den deutschen König/Kaiser in seinem reichsunmittelbaren Allodium vor dem freien, sich selbst ergänzenden Rittergericht als Vogt vertrat. Bei der Burg handelte es sich um eine Wasserburg mit einem umlaufendem Burggraben.

Ein Aquarell von 1820 (im Mittelmoselmuseum Traben-Trarbach) zeigt diese Burg. Die Türme wurden 1823 durch den neuen Besitzer Wagner abgerissen. Wagners Nachkommen stifteten 1896 ein Altenheim u. einen Kindergarten. Die "alte Burg" von 1623 ist noch erhalten, ebenso das Burgverlies, das um 1960 im Rahmen der Erweiterung des Altenheimes der Franziskanerschwestern überbaut wurde.

8) Weinbrunnenhalle
Weinbrunnenhalle „Kröver Nacktarsch“, der Veranstaltungsort an der Mittelmosel. Ob Konzert, Disco, Event, Tagung oder Privatfeier die Halle bietet ideale Möglichkeiten für Veranstaltungen von 20 – 1500 Personen.

9) Echternacher Hof (Moselweinstr. 24)
Der Echternacher Hof ist eine barocke, dreiflügelige Anlage und war der ehemalige Zehnt- und Wirtschaftshof der alten Reichsabtei Echternach. Der Echternacher Hof wurde in seiner heutigen Form 1764 unter Abt Michael Hormann, durch den Baumeister Paul Mungenast erbaut. Abtwappen und Baumeisterportrait finden sich im Giebeldreieck Der Echternacher Hof geht auf eine Schenkung Pippins des Kleines an das Kloster Echternach um 741/752 zurück.

10) Des Kaisers Hof (Rob.-Schuman-Str. 12)
Das mittelalterliche "Cröver Reich" geht auf einen Besitz der Karolinger zurück. Auf einem früheren röm. Hofgut wurde der Oberhof errichtet, den man später des Kaisers Hof nannte, als der karolingische Besitz kaiserliches Allod wurde. Auf dem Bering, der östlich das Kröver Tal sperrt, lagen Dingstätte und das Gerichtshaus des Ritterschöffengerichtes und auf der Mosel die Schiffsmühlen. Das "Cröver Reich" wurde im Mittelalter den Grafen von Sponheim verpfändet und 1399 zum Mannlehen gegeben. Die Sponheimer Hofleute hatten ihr Amt erblich inne. Ihre Nachkommen leben noch heute auf dem Hof.

11) Kesselstattkapelle
An dieser Stelle befand sich die alte Remigius-Kirche, 1725 wurde sie abgerissen und aus Teilen der gräfl. Grablege wurde 1726/1729 die Grabkapelle Kesselstatt erbaut.

Grabsteine der Ritter von Cröv wurden aus der Kirche hierher versetzt. Die Grabkapelle ist noch heute Eigenbesitz der Reichsgrafen von Kesselstatt.

Kapelle

12) Hof der Grauen Schwestern von Trier (Robert-Schuman-Str. 16)
Im Gegensatz zu den meisten adeligen und klösterlichen Weinhöfen in Kröv, ist dieses Haus im moseltypischen Fachwerkstil auf einem massiven Untergeschoß gebaut. Das Wohnhaus wurde 1733 völlig neu, mit Wiederverwendung des alten Fachwerkes, an alter Stelle wieder aufgebaut und das Kelterhaus renoviert. Anfang des 19. Jhd. wurde das ehemalige Kelterhaus (rechter Gebäudeteil Ehren-malstraße) zum Wohnhaus umgebaut.

Die Grauen Schwestern des Klosters St. Nikolaus zu Trier waren bis zur Säkularisation Eigentümer dieses prächtigen Weinhofes und der dazugehörigen Weinberge. Verschiedene Mädchen aus Kröv u. Kinheim hatten ihr Erbteil in das Kloster eingebracht als sie dort Nonne wurden. Die Weinberge waren zur damaligen Zeit zum Großteil an Lehnsleute verpachtet. Diese wurden ab 1765 insgesamt auf den Rieslinganbau umgestellt; also fast eine Generation vor der Förderung durch Kurfürst Clemens Wenzeslaus.

13) St. Remigius-Kirche
1725 wurde die alte Remigiuskirche (an der Stelle der jetzigen Kesselstattkapelle) abgerissen, da sie längst zu klein geworden war, und an der heutigen Stelle wurde zur gleichen Zeit die neue St. Remigius-Kirche errrichtet. Die Abtei Echternach, ließ diese Kirche im Barockstil nach Plänen des Bistumsbaumeisters Ravensteyn errichten.

Pfarrer in Kröv war zur Bauzeit der Kirche Maximilian Henn, der unter seinem Wappen im Chor der Kirche beigesetzt ist. Die Kirche ist mit dem Schild "Kulturerbe der Menschheit" ausgezeichnet. *** Zur Besichtigung ist die Kirche vor der hl. Messe geöffnet***

Kirche

14) Pfarrhof
Gegenüber der Pfarrkirche liegt der Pfarrhof. 1504 kauften die Kirchenschöffen von St. Remigius dieses Gebäude von den Eheleuten Franz u. Else Dietrich. Seither wurde diese Anlage ununterbrochen als Pfarrhaus genutzt.

Im Keller weisen Mauerreste und Ziegelfunde auf eine römische Hofstelle hin. *** Im Pfarrhof ist heute auch die öffentliche Bücherei untergebracht***

Pfarrhof

15) Springiersbacher Hof (Robert-Schuman-Str. 44)
Der Springiersbacher Hof wird schon 1193 mit einer Kapelle, Weinbergen und Äckern in einer Urkunde von Kaiser Heinrich VI. erwähnt. Ein Hofweistum von 1356 ist in einer Pergamenturkunde erhalten. Was die Äbte von Springiersbach dazu veranlasste, diese Doppelhofanlage überreich mit Hauwerk in Renaissancekunst an Portal, Haustüren und Treppe auszustatten (heute nicht mehr erhalten) ist nicht bekannt. Vielleicht diente ihnen dieser Hof als Erholungsstätte, worauf auch ein mächtiger, kunstvoller Kamin (noch erhalten) hinweisen könnte.

16) Steinfelder Hof (Rob.-Schuman-Str. 56)
Der Steinfelder Hof war der Weinhof des Klosters Steinfeld in der Nordeifel, das in Kröv ein großes Weingut hatte. Der heutige Hof wurde 1725 erbaut. Besonders bemerkenswert ist der reich geschnitzte Erker.

17) Reichsschenke zum Ritter Götz (Robert-Schuman-Str. 57)
Die "Reichsschenke zum Ritter Götz" erbaut 1685 ist der ehem. Bolcher Hof. Besonders verbunden mit Kröv ist die Reichsschenke dadurch, dass der frühere Wirt "Jungle Dick" die Weinlage "Kröver Nacktarsch" sehr bekannt gemacht hat . Das Lokal wird als “Urschenke” des Kröver Nacktarsch bezeichnet.


Am Ende des Ortsrundganges angekommen, hoffen wir, dass Sie einen kleinen interessanten Einblick in die bewegte Geschichte von Kröv bekommen haben.

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