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Riesling | Müller-Thurgau, Rivaner | Kerner | roter / weißer Elbling
Phönix | Dornfelder | Blauer Spätburgunder | Regent

Riesling
Verbreitung an der Mosel-Saar-Ruwer: ca. 56 %
Deutschland: ca. 21 %
Herkunft: Ähnlichkeit mit ammineischer Rebe (Plinus, ca. 60 n. Chr.), wahrscheinlich aus rheinischer Wildrebe, Vitis vinifera silvestris entstanden.
Nach dem Trierer Historiker MATHEUS (1980) wurde "Russling" an der Mosel 1464 erstmals urkundlich erwähnt. Hieronimus Bock in "New Kreutterbuch" 1551 erwähnt den "Rißling"-Anbau für Mosel, Rhein und Wormsgau.
Lageansprüche: Höchste Ansprüche aller angebauten Weißweinsorten.
Bodenansprüche: Gering, wächst auf allen Böden, die rassigsten Weine entstehen auf Schieferböden.
Holzreife: sehr gut
Frostfestigkeit: sehr hoch, bis -25°C
Krankheitsanfälligkeit: gering, anfällig gegen Stilbotrytis und Stiellähme.
Erziehung: geeignet für weiträumige Erziehung
Wein: Von feiner Rasse und Eleganz. Insbesondere die Schieferböden an Mosel-Saar-Ruwer verleihen ihm das unverwechselbare, an Pfirsich, bei hohen Qualitäten auch oft an Johannisbeere erinnerndes Bukett.
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Verbreitung an der Mosel-Saar-Ruwer: 22 %
Deutschland: ca. 24 %
Herkunft: 1882 von Prof. Müller aus dem Schweizer Kanton Thurgau an der Forschungsanstalt Geisenheim als Kreuzung von Riesling und Silvaner gezüchtet.
Lageansprüche: Wesentlich geringe Ansprüche als Riesling
Bodenansprüche: Bevorzugt tiefgründige, frische, keine trockenen Böden.
Holzreife: gering, wird durch hohe Erträge gemindert.
Frostfestigkeit: bis max. -15°C
Krankheitsanfälligkeit: erhöhte Anfälligkeit gegen Phomopsis und Plasmopara. Hohe Anfälligkeit gegen Beerenbotrytis.
Erziehung: wegen seiner Wuchskraft geeignet für weiträumige Erziehung.
Wein: Je nach Bodenart mehr oder weniger (Schieferböden)ausgeprägtes, angenehmes Muskatbukett. Meist weiche, frische, angenehme Trinkweine, welche Jung getrunken am besten schmecken.
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Kerner
Verbreitung an der Mosel-Saar-Ruwer: ca. 7 %
Deutschland: 7 %
Herkunft: 1929 von Herold an der LLVA Weinsberg als Kreuzung von Trollinger und Riesling gezüchtet.
Lageansprüche: Mittlere Ansprüche, nicht für kühle und neblige Lagen geeignet.
Bodenansprüche: für alle Bodenarten geeignet.
Holzreife: sehr gut
Frostfestigkeit: fast so gut wie Riesling
Krankheitsanfälligkeit: extreme Anfälligkeit gegen Oidium, mittlere Anfälligkeit gegen Phomopsis, wenig gegen Plasmopara.
Erziehung: Wegen starker Geiztriebbildung weiträumige Erziehung, gut bewährt hat sich der Pendelbogen.
Reife: mittelfrüh bis spät
Wein: Frisch, rassig, je nach Bodenart und Reifezustand rieslingartig oder mit sortentypischem angenehmem Muskatbukett.
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roter / weißer Elbling
Herkunft: Die Sorte hat Ähnlichkeit mit Vitis alba (Plinus, ca. 60 n. Chr.), alte deutsche Bezeichnung = "Alben", wahrscheinlich von Römern mitgebracht. Die Verbreitung erfolgte von Italien nach Gallien und von dort nach Deutschland. Es ist aber auch möglich, daß die Römer den Elbling bereits in Germanien vorfanden.
Lageansprüche: gering
Bodenansprüche: gering, besonders für Muschelkalk geeignet
Holzreife: mäßig
Frostfestigkeit: mittel
Krankheitsanfälligkeit: Botrytisanfälligkeit wegen dünner Beerenhaut, Stiellähmeanfälligkeit, Oidiumanfälligkeit.
Erziehung: Wegen des sehr starken Wuchses und der hohen Fruchtbarkeit für Weitraum geeignet.
Wein: frische, fruchtige Trinkweine. In aller Regel im Qualitätsweinbereich, seltener Prädikatsweine.
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Phönix
Herkunft: Kreuzung von Bacchus und Villard blanc an der Bundesforschungsanstalt Geilweilerhof.
Lageansprüche: gering
Bodenansprüche: gering
Wein: kräftig, dezenter Muskatton, neigt zu niedriger Säure, meist Qualitätsweine, auch für Tafeltrauben und Traubensaft geeignet.
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Dornfelder
Herkunft: 1955 von Herold an der LLVA Weinsberg als Kreuzung von Helfensteiner und Heroldrebe = (Frühburgunder x Trollinger) x (Portugieser x Limberger) gezüchtet.
Lageansprüche: geringe Ansprüche
Bodenansprüche: geringe Ansprüche, nicht für sehr trockene Ansprüche geeignet.
Holzreife: mittel
Frostfestigkeit: mittel
Krankheitsanfälligkeit: keine Überempfindlichkeit
Erziehung: Standweite größer als Riesling, weiträumige, luftige Erziehung. Für Vertiko und Umkehrerziehung weniger geeignet.
Wein: Markanter, für deutschen Rotwein eher ungewohnter Charakter, farbintensiv (dunkelrot bis Blaustich)
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Blauer Spätburgunder
Herkunft: Niltal, hat sich aus der Vitis vinifera occidentalis entwickelt und durch Phönizier, Griechen und Römer verbreitet. Anbau im Burgund kann bis ins 4. Jh. zurückverfolgt werden. Mutter aller Burgundersorten.
Lageansprüche: sehr hohe Lageansprüche, Rieslinglage erforderlich
Bodenansprüche: am günstigsten auf tiefgründigen, fruchtbareb Böden. Verträgt keine extremen Trockenlagen.
Holzreife: gut
Frostfestigkeit: gut
Krankheitsanfälligkeit: wegen der engen Packung der Beeren Botrytisanfälligkeit.
Erziehung: standweite wie Riesling, für Einzelpfahl-, Drahtrahmen- und Vertikoerziehung geeignet.
Wein: samtig, vollmundig, mit feinem, an Bittermandel erinnerneden Ton. Hochwertige Qualitäts- und Prädikatsweine.
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Regent
Herkunft: Kreuzung von (Silvaner x Müller-Thurgau) x Chambourcin an der Bundesforschungsanstalt Geilweilerhof.
Lageansprüche: geringere Ansprüche als Spätburgunder
Erziehung: Standweite größer als Riesling, weiträumige luftige Erziehung. Für Vertiko und Umkehrerziehung weniger geeignet.
Wein: Tiefrot, kräftig, gerbstoffbetont. Weintyp ähnelt Dornfelder.
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(c) Uwe Hoffmann 1998 (Veröffentlichung - auch auszugsweise - nur mit Genehmigung des Autors